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ARENA di VERONA
78. Festival vom 30. Juni bis 3. September 2000

Inhaltsangabe der Oper "Die Macht des Schicksals"


ERSTER AKT
Sevilla, in einem Saal des Palastes der Calatrava.

Es ist spät am Abend; der Graf von Calatrava verabschiedet sich von seiner Tochter Leonora, umarmt sie und zieht sich dann in seine Gemächer zurück. Endlich allein, bereitet Leonora ihre Flucht aus dem Palast vor, um heimlich ihrem Geliebten Don Alvaro das Jawort zu geben, denn ihr Vater hält den jungen Mann für unwürdig, seine Tochter zu heiraten. Leonora ist hin und her gerissen von ihren widersprüchlichen Gefühlen: Aus Liebe zu ihrem Vater und weil sie immer noch hofft, ihn umzustimmen, denkt sie daran, den Fluchtplan aufzugeben. Als aber Alvaro zu ihr kommt, entscheidet sie sich doch für ihn. Als die beiden fliehen wollen, werden sie vom Grafen aufgehalten: Er ergreift ein Schwert und stürzt sich auf seine Tochter und ihren vermeintlichen Verführer. Don Alvaro schwört, dass Leonoras Reinheit unangetastet sei und fordert Calatrava zum Duell heraus. Er wirft eine Pistole auf die Erde: Versehentlich löst sich ein Schuss und trifft den Grafen, der sterbend seine Tochter verflucht.

ZWEITER AKT
Das Dorf Hornachuelos und Umgebung.

Große Menschenansammlung im Dorf, man rüstet sich gegen die Deutschen und viele junge Männer warten darauf, in die Armee eingezogen zu werden. In einer Taverne singen die Gäste und prosten sich zu; unter ihnen, als Student verkleidet, sitzt Don Carlos, Leonoras Bruder, der auf der Suche nach der Schwester und ihrem Geliebten ist. Inzwischen ist auch Leonora in der Taverne eingetroffen: Nach dem tragischen Ereignis war sie allein geflüchtet, um etwas Frieden zu finden, und reist als Mann verkleidet. Als sie den Bruder erkennt, zieht sie sich aus Angst vor seiner Wut zurück. Eine Zigeunerin, Preziosilla, sagt Carlos eine traurige Zukunft voraus, der ihr wiederum erzählt seine Version der Geschichte. Leonora ist untröstlich und davon überzeugt, dass sie von Alvaro verlassen wurde. Sie begibt sich zu dem Hügel der Madonna degli Angeli und klopft an die Pforte des dortigen Klosters. Sie gesteht dem Abt ihr ganzes Leid und fleht ihn an, sie in der Eremitage aufzunehmen. Der Geistliche gibt seine Zustimmung und bereitet sofort die rituelle Einkleidung vor. In der Kirche wird Leonora in eine Kutte gehüllt. Der Abt gebietet allen Mönchen, das Geheimnis zu wahren, und droht damit, die zu verfluchen, die es wagen, sich der Grotte zu nähern, wo sich Leonora zurückgezogen hat, um für immer in Einsamkeit zu leben.

DRITTER AKT
Italien, bei Velletri.

Der Krieg gegen die Deutschen hat begonnen. Don Alvaro, überzeugt von Leonoras Tod, ist unter dem falschen Namen Federico Herreros in das spanisch-italienische Heer eingetreten. Eines Tages, während er seinen Gedanken nachhängt, hört er einen Hilferuf: Er kann dem Offizier Felice de Bornos, in Wirklichkeit Don Carlos, bei einer blutigen Auseinandersetzung zu Hilfe eilen. Die beiden jungen Männer werden Freunde und schwören sich Treue bis in den Tod. Als Alvaro beim Kampf schwer verletzt wird und glaubt zu sterben, bittet er Carlos, einen Umschlag, den er in seinem Gepäck verwahrt, zu verbrennen, ohne ihn allerdings zu lesen. Beim Suchen fällt Carlos ein Bildnis seiner Schwester in die Hände und er erkennt so, dass es sich bei seinem Freund um niemand anderen als den Mörder seines Vaters und vermeintlichen Verführer seiner Schwester handelt. Als er erfährt, dass Alvaro wieder gesund werden wird, dankt er dem Schicksal, weil er sich doch noch an ihm rächen kann. Wieder gesundet wird Alvaro von Carlos zur Rede gestellt. Carlos enthüllt ihm seinen wahren Namen und fordert ihn zum Duell. Aber nicht nur Alvaro, sondern auch seine Schwester soll sterben. Die beiden kämpfen, werden jedoch von einer Wachpatrouille getrennt. Hörner und Trommeln geben das Zeichen für einen neuen Kriegstag: Das Schlachtfeld erwacht wieder zum Leben. Ein fahrender Händler verkauft seine wenig wertvolle Ware, Bruder Melitone improvisiert eine Predigt und Preziosilla stachelt die Soldaten zum Sieg an.

VIERTER AKT
Im Kloster der Madonna degli Angeli.

Der Krieg ist zu Ende. Bruder Melitone ist ins Kloster zurückgekehrt und verteilt die Suppe: Die Bettler jedoch trauern der Güte und Milde des Bruders Raffaele nach. Nach ihm fragt auch Don Carlos, denn hinter Raffaele verbirgt sich niemand anderer als Don Alvaro. Unerbittlich verfolgt ihn Don Carlos, um sich noch einmal mit ihm zu duellieren. Der überraschte Alvaro verweigert den Kampf wegen seiner religiösen Gelübde. Carlos provoziert ihn jedoch bis das Duell unausweichlich ist. Sie kämpfen in der Nähe der Grotte, wo Leonora in Klausur gegangen ist. Der Waffenlärm, das Wehklagen des tödlich verwundeten Carlos und seine Bitte nach einem Priester im Angesicht des Todes, lassen Leonora aufschrecken. Sie eilt herbei, erkennt Alvaro und weiß sofort, was vorgefallen ist. Sie nähert sich dem Bruder, um ihm zu helfen, aber der sterbende Carlos verletzt sie in einem letzten Aufbäumen schwer und stirbt, nachdem er seine Rache vollendet hat. Leonora stirbt in Alvaros Armen, während ihr der Abt Trost spendet.


[ARENA DI VERONA]


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